Community: Interview mit CM Ramon Domke

Von Lykant, gepostet am 11. November 2012 um 18:54 Uhr

Liebe Community! Heute dürfen wir euch auf unserer Seite einen besonderen Leckerbissen anbieten: Ein Interview mit dem deutschen Community Manager von Guild Wars 2, Ramon Domke, geführt von Lykant [SF] und Erdknuffel [JnJ]. Das Interview ist sowohl zum Lesen als auch zum Hören verfügbar.

Vorab möchte ich mich herzlich bei allen Teilnehmern bedanken, sowohl bei Ramon, dass er die Zeit dafür hatte, als auch bei Erdknuffel, der zunächst nur die Fragen mit ausarbeiten wollte und sich dann doch zu einer gemeinsamen Interviewführung bewegen ließ. So entstanden schließlich die Fragen, die ihr lesen und hören könnte in gemeinsamer Arbeit, die Audioversion verdankt ihr Erdknuffel, die Transkription mir.

Ihr findet die Audioversion über folgenden Link:

http://soundcloud.com/jianji/jnj-sf-interview-mit-ramon-domke-guild-wars-2/s-Xaj6Y

Die Transkription dazu mit Querverweisen folgt nun hier – ihr seid herzlich eingeladen, das Interview zu kommentieren und diskutieren:

 

Erdknuffel:

Vielen Dank, dass ihr zu diesem Joint-Venture-Interview von den Silberfalken und Jianji eingeschaltet habt! Wir freuen uns, Ramon Domke, den deutschen Community Manager von Guild Wars 2, zu Gast zu haben. An dieser Stelle natürlich zunächst einmal: Herzlich Willkommen, Ramon!

 

Ramon:

Ja, herzlichen Dank auch für die Einladung, ich freue mich, bei euch zu sein.

 

Lykant:

Wir wollen auch ohne Umschweife direkt mit der ersten Frage starten: Seit heute ist das Halloweenevent so weit abgeschlossen, Löwenstein ist wieder normal, die Löwenstatue jedoch noch zerstört… was waren deine Erlebnisse mit dem Event? Träumst du nachts noch vom Verrückten König?

 

Ramon:

Oh, ich habe wochenlang vom Verrückten König Albträume gehabt. Also, was mir in Guild Wars 2 beim Halloweenevent am meisten gefallen hat war tatsächlich die etwas düstere Atmosphäre. Guild Wars 1 hat ja das Halloweenevent ein bisschen auf lustig aufgezogen, in Guild Wars 2 hat das alles eher etwas düster angefangen. Der Verrückte König war 250 Jahre nicht mehr zu sehen, niemand wusste etwas davon. Er ist ein bisschen zur Legende verkommen und man hat ihn immer aus dem Augenwinkel witzig betrachtet – und plötzlich passiert dann halt etwas Düsteres in Guild Wars und keiner wusste so recht, was damit anzufangen ist. Das fand ich ist eine sehr schöne Atmosphäre dort. Und vom Spielerischen her hat mir natürlich die Verrückte Inquisition am besten gefallen. Ganz einfach, weil das ein PvP-Modus ist wo man nicht nur unbedingt gegen den gegnerischen Spielerskill sondern gegen die gegnerische Persönlichkeit antritt. Ich habe mich da ganz gerne mal versteckt und die Verhaltensmuster der Mitverstecker angeguckt. Und wenn ich dann quasi tatsächlich erwischt worden bin wusste ich dann natürlich wie sich meine Kollegen versteckt haben und konnte die dann sehr schnell einzeln aussortieren. Also, es war eine sehr schöne andere Art des PvPs.

 

Erdknuffel:

Wunderbar, dankeschön. Kommen wir doch gleich einmal zu den harten Dingen des Lebens, und zwar: Vor Kurzem wurden die Paid Tournaments eingeführt und der ein oder andere erinnert sich daran, dass bereits vor Release von der ESL angekündigt wurde, dass das Spiel mit einer eigenen Sektion unterstützt wird. Mangels der Custom Tournaments ist das ja bisher noch nicht umsetzbar und auch die Umsetzung von Zuschaumöglichkeiten über einen Observer Mode oder Ähnliches, wie es das ja beispielsweise in Guild Wars 1 gab, fehlt bisher. Mit diesem Hintergrund jetzt die Frage: Gibt es Pläne, dass Tournament-Teams bzw. Gilden mehr Möglichkeit zur Profilierung und Vergleichbarkeit erhalten – böses Stichwort “Ladder”?

 

Ramon:

Das ist kein böses Stichwort, das ist tatsächlich eine sehr berechtigte Frage, auch von der PvP-Community. Jonathan Sharp, einer unserer Spitzen-PvP-Game Designer hatte dazu auch Anfang Oktober einen Blogpost geschrieben, also kann ich euch nur ans Herz legen, das auch einmal nachzulesen. Das wissen wir ganz genau und gerade wenn es um den Observer Mode geht, um Ladder, um Vergleichbarkeiten, um Gilden, um Custom Arenas, wo man dann quasi – wie würde man das im Offline-Modus nennen – Dedicated Server, wo man sich dann quasi einen kleinen Raum mieten kann um dann quasi Trainings-Sessions gildenintern abzuhalten, das ist ja mittlerweile sogar verfügbar auf dem Live Server. Das ist mit dem Halloweenevent reingekommen und ist natürlich auch nicht mit dem Halloweenevent wieder verschwunden, sondern das bleibt. Und das ist quasi im PvP die Spitze des Eisbergs – also, wie sich auch das PvE kontinuierlich weiterentwickeln wird und neuen Content und neue Inhalte und neue Systeme bekommen wird, wird das Gleiche auch für das sPvP oder das PvP im Allgemeinen gehandhabt. Das heißt also wir haben natürlich eine Roadmap, wir wissen auch, was darauf noch steht. Über ein paar Andeutungen kann ich schon sprechen wie die Ladder, die auch im Blogpost erwähnt worden ist oder den Observer Mode oder, dass es mittlerweile auch ziemlich wichtig geworden ist, dass man PvP streamen kann. Das ist uns allen bewusst und da gucken wir gerade, was sich machen lässt in Guild Wars 2. Da ist also noch nichts in Stein gemeißelt, Guild Wars 2 wird sich kontinuierlich weiterentwickeln.

 

Erdknuffel:

Ok, wunderbar. Das bedeutet also – entschuldige, dass ich dich da frage, weil ihr habt ja sehr strenge Richtlinien auch, was die Verwendung von Bildmaterial von Guild Wars 2 angeht – euch ist schon bewusst, dass die Leute auch gerne ihre Sachen streamen und sich das vielleicht auch weiterentwickeln könnte, unter Umständen?

 

Ramon:

Inwiefern meinst du jetzt, dass wir strikte Regeln haben in Bezug auf die Verwendung unseres Bildmaterials?

 

Erdknuffel:

Naja. Also gehen wir mal beispielsweise von einem typischen Twitch-Streamer aus, aus irgendeinem anderen Spiel, der sehr viel Geld damit verdient, dass er dann Werbung mit einblendet in seine Streams und Ähnliches. Das wäre ja nach euch beispielsweise gar nicht erlaubt.

 

Ramon:

Ah, du sprichst die Monetarisierung an!

 

Erdknuffel:

Ja.

 

Ramon:

Richtig, im deutschen Rechtsraum gibt es da glaube ich sogar das Problem, dass wir euch die Monetarisierung noch nicht einmal anbieten können – wegen Urheberrecht bzw. verwertungsrechtlichen Dingen. In der Regel sieht es aber tatsächlich so aus, dass, solange nicht versucht wird, Geld zu verdienen, wir überhaupt kein Problem damit haben, wenn gestreamt oder Bildmaterial gepostet wird.

 

Erdknuffel:

Wir hatten ja gerade die Punkte angesprochen gehabt mit möglichen Profilierungen von Teams und Ähnlichem und der Weiterentwicklung dieser. Wird es, auch unter den Gesichtspunkten, dass du im WvW ja eigentlich alles offen machst und jeder daran partizipieren kann, außer jetzt natürlich an den einzelnen Gruppen, da Dinge geben, die dazu führen, dass vielleicht unter Umständen beispielsweise Gilden mehr Möglichkeiten haben, sich “abzuschotten” wenn sie dies wollen würden?

 

Ramon:

Im Detail kann ich darüber jetzt noch nicht sprechen. Natürlich gucken sich unsere Entwickler ganz genau an, was denn auf so einem großen Schlachtfeld alles möglich ist, welche Mechaniken es geben könnte, wie man das weiterentwickeln könnte, wie man dann quasi Gruppenspiel weiter supporten könnte, oder den Gildenzusammenhang oder -zusammenhalt. Das gucken wir uns alles an, das wird sich auch alles zeigen. WvW war ja auch für uns quasi ein Experiment bzw. ein Wagnis, wo wir nicht ganz genau wussten, was jetzt der Community am Wichtigsten ist, oder wie sie das annehmen, oder überhaupt im WvW spielen. Und das gucken wir uns alles an, das wird dann auch verarbeitet und fließt dann auch in Möglichkeiten ein, diese Modi weiterzuentwickeln.

 

Lykant:

Die nächste Frage würde sich dann ebenfalls um das WvW drehen und auch in Richtung Ranking: Viele Spieler sehen inzwischen hinter jeder Ecke Kanadier und Russen lauern, was hältst du vom Stand der deutschen Server im internationalen Ranking?

 

Ramon:

Überall lauern Russen und Kanadier… was meinst du damit?

 

Lykant:

Wenn man sich durch das Forum liest, dann ist ein Thema mit sehr vielen Beiträgen beispielsweise “Franzosenkanadier – fair oder unfair?

 

Ramon:

Ah, Frankokanadier würde man glaube ich sagen. Du sprichst also auf das Nightcapping an, das quasi von Kanadiern im französischen Sprachraum gebracht werden kann?

 

Lykant:

Nicht nur von Kanadiern, aber die sind eben ein exemplarisches Beispiel dafür, weil Vizunah Square eben auch ganz gut im Ranking steht.

 

Ramon:

Also sprechen wir jetzt mal ganz allgemein über Nightcapping? Das ist in der Tat von uns im Moment ein erlaubtes taktisches Mittel.

 

Lykant:

Zum Nightcapping gab es ja auch schon einen Beitrag… die Server sollen also nach wie vor international gehalten werden, nicht nur europaweit?

 

Ramon:

Du hast eben das Problem, wenn du jetzt quasi sagst, wir lassen Nightcapping nicht mehr zu oder wir sagen “ab 22 Uhr bis 6 Uhr kann man keine Festungen mehr übernehmen oder zurückerobern oder sperren wir gewisse Events, dass solche Prozesse nicht mehr stattfinden können”, dann beschneiden wir quasi das Gameplay von all den Spielern, die z.B. tagsüber nicht zum Spielen kommen oder erst spät Abends zum Spielen kommen. Oder wenn Leute in einer Schicht arbeiten, die nur in den frühen Morgenstunden spielen können und nicht zu den Hauptzeiten oder den Peak Hours spielen können. Deswegen wollten wir das System so offen wie möglich halten. Natürlich führt das dazu, dass es auf den ein oder anderen Servern dazu kommt, dass sich Leute absprechen oder dass sie vielleicht eine Gilde von extern einbauen, aus einer anderen Zeitzone. Wir gucken uns das natürlich weiter an, da ist auch das letzte Wort noch nicht gesprochen, aber im Moment überwiegen die positiven Aspekte – dass jeder zu der Zeit WvW spielen kann, wann er möchte – die möglichen Negativpunkte der zusätzlichen Einschränkungen des WvWs. Das ist wie gesagt eine Mechanik, die müssen wir uns sehr vorsichtig angucken und auch sehr vorsichtig versuchen, Änderungen in der Mechanik vorzunehmen. Da können wir also nicht einfach sagen “Ok, wir machen jetzt mal schnell eine Zeitspanne rein.” Wir haben jetzt angefangen, die freien Weltentransfers auf eine Woche zu beschränken, da wir der Ansicht waren, es war immer noch zu starke Fluktuation in Richtung Siegerwelten möglich, dass man quasi sein Fähnchen nach dem Wind gedreht hat. Wir versuchen also schon, das WvW in seiner Unfairness des Systems – es war ja noch nie beabsichtigt, dass das ein faires System wird wie im strukturierten PvP, sondern eher eine Massenschlacht ist bzw. eine groß angelegte kriegerische Schlacht wo man dann auch mal den Gegner austricksen kann oder mit einer anderen Strategie zum Erfolg kommen kann -, dass man das trotzdem so fair kriegt wie möglich. Hundertprozentige Fairness wird es im WvW aber, glaube ich, nicht geben, egal was wir tun.

 

Lykant:

Gut, dann kommen wir zur nächsten Frage: Trotz des verhältnismäßig hohen Preises von 100 Gold nutzen bereits zahlreiche Spieler die Kommandantenfunktion. Und obwohl hier einige Aspekte eindeutig noch nicht so funktionieren, wie geplant, gibt es bereits Stimmen, die die Funktionen als unzulänglich bezeichnen und ein Remake fordern. Ist in dieser Hinsicht bereits etwas geplant?

 

Ramon:

Das sind natürlich Entwicklungsprozesse und Arenanet ist sich immer sehr bewusst über das Communityfeedback, also wir wissen euer Feedback über die Kommandantenfunktion, wir wissen darüber Bescheid. Und Remake würde ja quasi bedeuten, wir nehmen den aktuellen Stand und kehren das Ganze um. Guild Wars ist aber in einem Prozess des beständigen Flusses nach vorne, d.h. ein Remake würde ich einfach nicht als solches bezeichnen, sondern ich würde es eine Evolution nennen. Das heißt, wenn sich das Spiel erweitert und neue Funktionen hinzukommen, kann es auch sehr gut passieren, dass sich die Squadleiter-, also die Kommandantenfunktion ebenfalls mit nach vorne entwickelt – aber genaue Informationen darüber kann ich nicht nennen.

 

Erdknuffel:

Ok, aber ein grafisches Userinterface wird es vielleicht mal geben? Unter Umständen? So für Ressourcen?

 

Ramon:

Viel, viel Spekulation in diesem Satz.

 

Erdknuffel:

Viel, viel Spekulation… okay, dann lassen wir es vielleicht erstmal mit den Spekulationen und gehen zu den Tatsachen zurück. Mit dem neuesten Patch wurden ja die Orbs aus dem WvW entfernt, kannst du uns die Gründe dazu noch einmal kurz oder lang erläutern?

 

Ramon:

Ja. Die Kugel der Kraft konnte das Zünglein an der Wage sein, d.h. sie konnte entweder ein Team, das ohnehin schon in Führung lag, noch weiter in Führung bringen, es konnte dadurch aber auch passieren, dass das Kräfteverhältnis noch einmal kippt. Durch diese Kernmechanik bieten die Kugeln natürlich ein ideales Ziel für Missbrauch, Betrug und Hacker. D.h., wenn jetzt jemand z.B. in der Lage ist, sich in die gegnerische Burg zu teleportieren, wo er eigentlich vom Systemaufbau her nichts zu suchen hätte und quasi Schindluder mit der Kugel treibt, konnte er in massiver Weise den Ausgang eines Spiels mitentscheiden – und zwar durch unlautere Mittel. Und um diesem einen schnellen Riegel vorzuschieben haben wir uns dazu entschieden, dieses attraktive Ziel von Hackern, Exploitern und Bottern aus dem Spiel zu entfernen im Zuge, das WvW ein Stück weit fairer zu gestalten.

 

Lykant:

Ja, eine solche Ausnutzung wünscht sich natürlich niemand und wir hoffen natürlich, dass da dann auch diese bald verbessert werden kann, dann würde ich aber trotzdem gleich mit der nächsten Frage weitermachen…

 

Ramon:

Darf ich da kurz noch einhaken?

 

Lykant:

Sicher.

 

Ramon:

Wir haben ja nie gesagt, dass die Kugel vielleicht nicht wieder zurückkommt oder in anderer Form wieder Einfluss ins WvW finden könnte. Wie gesagt, wir haben ja auch ein ganzes Entwicklerteam daran sitzen, um Hacker, Exploiter und Botter aus dem Spiel zu verbannen und wenn wir dann quasi dort die nötigen Schritte unternommen haben um zu sagen “Ok, wir haben jetzt quasi ein botfreies WvW oder ein hackfreies oder exploitfreies WvW”, dann können wir wieder versuchen, solche Mechaniken mit ins Spiel zu bringen.

 

Lykant:

Das klingt vielversprechend. Dann würde ich jetzt zur nächsten Frage weitergehen, die ebenfalls auf das WvW zielt, allerdings mehr auf die Organisation: Viele Spieler organisieren sich mittlerweile ja serverweit für das WvW, auch über Communityseiten aber vor allem über welteigene Teamspeakserver. Wurde eine so starke Organisation und Entwicklung in diese Richtung erwartet?

 

Ramon:

Ganz einfache Antwort: Ja. Das ist eine normale Entwicklung. Das zeichnet sich auch ganz einfach dadurch ab, wie Communities heutzutage an Spiele und Spielinhalte herangehen. Das hat angefangen… also das hat eigentlich schon angefangen vor dem Aufkommen von Wikis und Social Media, wurde aber exponentiell dadurch nochmal nach vorne getrieben, d.h. Spieler in Massen sind in der Lage, sich wahnsinnig schnell und wahnsinnig intensiv zu koordinieren und Informationen auszutauschen. Auch im PvE haben wir z.B. das Aufkommen von Handwerksdatenbanken, die quasi nahezu jedes mögliche Rezept innerhalb von kürzester Zeit auflisten konnten. Und die Community erschließt neue Inhalte heutzutage komplett anders. Früher, wenn man dann in den Multiuserdungeons, diesen textbasierten oder textgestützten MMOs der Urzeit, unterwegs war, hat man sich quasi auf einem karierten Papier seine Karte von Hand gezeichnet. Heutzutage erstellen Spieler mit Geschick und Programmierkenntnissen Heatmaps, auf denen sie quasi die Position von Orichalcumvorkommen nach dem Serverstart prognostizieren können, um wertvolle Zeit zu sparen oder nur ein, zwei Sekunden. Also ja, diese Entwicklung war in der Tat erwartet.

 

Erdknuffel:

Vielen Dank übrigens auch für deinen Hinweis auf diese Heatmaps, da muss ich dann mal googlen nach dem Interview. Ich weiß nur nicht, wie erfolgreich sie sind.

 

Ramon:

Richtig.

 

Erdknuffel:

Kommen wir auch schon zum Abschluss, nachdem wir dich jetzt ein bisschen gelöchert haben, nämlich eine hoffentlich für dich ganz einfach Frage: Was würdest du persönlich in Guild Wars 2 oder drumherum gerne mehr sehen?

 

Ramon:

Das ist jetzt… du sagst, es ist eine ganz einfache Frage… ich muss mit dieser Frage verdammt vorsichtig sein. Weil das ist jetzt tatsächlich etwas, das von mir kommt und nicht von den Entwicklern, d.h. wenn ich jetzt auf diese Frage tatsächlich so frei antworte, wie ich es will und vorhabe, muss jedem, der sie natürlich hört, klar und deutlich verständlich sein, dass das nicht aus der Entwicklerabteilung kommt. Das ist keine Voraussage für etwas, das vielleicht noch irgendwann mal zukünftig kommt. Das ist rein von mir eine Spielerfahrung aufgrund der Art und Weise, wie ich meine MMOs spiele – und ich bin ja schon eine Weile dabei, d.h. ich habe schon das ein oder andere MMO auf dem Buckel. Bei mir haben sich dann auch ein paar Eigenheiten eingeschlichen, wie ich ein MMO spiele. Und bei mir heißt das meisthin, ich fokussiere mich auf ein einziges Volk, auf ein einziges Geschlecht und spiele dort alle verfügbaren Klassen, die es gibt. Da bin ich übrigens bei Guild Wars 2 sehr froh, dass jedes Volk jede Klasse spielen kann, das ist ja nicht überall so. Auf der anderen Seite heißt das natürlich auch, alle Klassen auf 80 hochzuzocken, womit ich im Moment sehr beschäftigt bin. Aber was ich mir wünschen würde von all diesen Gesichtspunkten ist, dass ich mit meinem Volk quasi aus meiner persönlichen Geschichte desertieren könnte, wenn wir es so formulieren wollen. Quasi dass mein kleiner, zündelnder, männlicher – ich spiele männliche Sylvaris in Guild Wars 2, also das sind alles männliche Sylvaris und…

 

Erdknuffel:

Das hat was von einem männlichen Blutelfen, entschuldige, dass ich dich unterbreche.

 

Ramon:

Oh, das finde ich nun nicht so tragisch, denn ich spiele männliche Tauren in diesem anderen Spiel – und zwar nur männliche Tauren.

 

Erdknuffel:

Oh mein Gott!

 

Ramon:

Ich hätte mir dort übrigens echt sehr gerne einen Schurken gewünscht, ich habe so lange darum gebettelt, aber ne, das passt nicht wirklich zueinander. Egal, also männliche Sylvari! Also ich habe ja am Anfang den Fragebogen und ich habe ja quasi eine Vorgeschichte bevor ich das erste Mal tatsächlich ins Spiel einlogge – also mein Charakter hat diese Vorgeschichte. Und da hatte ich mich dann immer gefragt “Hm, wenn ich jetzt ein kleiner, übergewichtiger, zündelnder Pflanzen-Sylvari bin, warum kann ich dann nicht einfach versuchen, bei der Eisenlegion oder der Aschelegion anzuheuern und mir bei den Charr die Sporen zu verdienen? Oder mich in die Geisterwelt der Norn zu begeben und dort versuchen, mein Glück zumachen?” Also ich würde sehr gerne eine Option sehen, mit der ich mit dem gleichen Volk auch die persönlichen Charaktergeschichten der anderen Völker miterleben könnte.

 

Erdknuffel:

Das klingt eigentlich nach einer sehr guten Idee, also von meiner Warte her, wenn du ein Feedback zurückgeben solltest über dieses Gespräch… das würde ich auch mit als Feedback aufnehmen, das ist ein toller Featurewunsch! Danke dir auf jeden Fall, wir sind ja jetzt auch schon am Ende angekommen und wir hoffen, dass deine Antworten den Leuten die dies lesen oder hören ebensogut gefallen wie uns und wir wünschen dir noch viel Erfolg mit deiner Arbeit – wir freuen uns natürlich, zu sehen, was Arenanet alles noch für die Spieler in der kommenden Zeit parat hat! Dankeschön!

 

Ramon:

Und wir freuen uns natürlich darauf, wenn ihr die neuen Inhalte seht und wie ihr sie aufnehmt! Und ich hoffe natürlich, dass wir gemeinsam Guild Wars 2 weiter zu dem Spiel entwickeln, das ihr alle spielen wollt! Danke auch, dass ich bei euch sein durfte!


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Lykant war Gildenmeister der Silberfalken von 2008-2013 und leitete die Gilde schon seit den Anfängen in Warhammer Online: Age of Reckoning. In WAR hat er viel für die deutsche Community gearbeitet und war unter anderem Teil des Autorenteams von waaagh.de und Core Tester bei Bioware Mythic. Im anschließenden SWTOR schrieb er einige Artikel, die auf der Homepage im Archiv zu finden sind, doch das Spiel war nicht wirklich zufriedenstellend. Mit Guild Wars 2 kam das dritte Spiel seit Gildengründung und seit der Beta wurden bereits Artikel geschrieben. Mangels privater Zeit fürs Spiel hat Lykant die Gildenleitung am 17. April 2013 an Van Nachtfyr übertragen.

4 Antworten auf Community: Interview mit CM Ramon Domke

    Toda says:
    12. November 2012 at 01:02

    *gefällt mir*

    Logan Gorbag says:
    12. November 2012 at 14:21

    Echt interessant.

    Wenn du ihn das nächste Mal treffen solltest, sag ihm, dass es doch bisschen doof war die Orichicalcumadern immer wo anders respawnen zu lassen.
    Ich mein, wenn die angenommen haben, dass Spieler Karten im Netz erstellen, wo die neuen Spawnpunkte sind, hätte ich sie lieber iwo hingemacht, wo man nicht soooo einfach rankommt.

    Z.B. im Tempel von Grenth oder in der östlichen Gruft, in der Mitte der Map.
    Dann wüsste jeder auch so, wo sie sind und das ohne im Netz zu schauen, müsste aber trotzdem bisschen Zeit mit Kämpfen investieren, was mir aber auch mehr Spaß macht, als die Dinger zu suchen.
    Ob im Game oder Netz.

    Wäre so ein Punkt von mir, den man verbessern könnte.
    Vielleicht sehen manche das ja genau so.^^

    Toda says:
    12. November 2012 at 16:28

    Vllt haben sie es auch indirekten Bot Schutz eingebaut.

    Torric aka Croz says:
    15. November 2012 at 15:24

    Ein CM ist halt kein Entwickler oder Designer. Das ist ein wenig, wie wenn du der Empfangsdame in einem Unternehmen Vorschläge zum Verpackungsdesign eines Produktes unterbreitest.


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